Ankunft in Irland

Verfasser: Enrrique

Es ist nun soweit: vor 2 Monaten war es noch ein zögerlicher Gedanke, wie ein Samen gesät in meinem Kopf. Schließlich wurde es dann auch schnell zum Sprössling, einem Plan, einem Ziel. Dass die 2 Monate der Vorbereitung nur so vorbeigeflogen sind, wird mir aber erst bewusst als wir tatsächlich in das Flugzeug einsteigen.

Da es mein erster Flug ist, bin ich ziemlich nervös und aufgeregt. Nachdem mich aber Freunde aus unserer Gruppe und sogar andere Passagiere beruhigt haben, ist alles in Ordnung. Das einzige, das mir dann im Endeffekt „Sorgen“ gemacht hat, war der Start, und auch nur, weil ich keine Achterbahnen mag und es sich in etwa so angefühlt hat.

Die Busfahrt von Dublin nach Cork fand ich persönlich ziemlich entspannend. Es war genug Platz und es war nicht zu warm oder zu kalt im Bus.

Angekommen in Cork wurde ich dann von meinem Gastvater abgeholt. Er war etwas in Eile, da in diesem Moment ein Rugbyspiel lief. Anfangs war ich natürlich sehr zurückhaltend, was sich aber mit der Zeit gelegt hat.

Den Rest der Familie, also Gastmutter und Gasttochter, habe ich erst am nächsten Tag kennengelernt. Alle sind sehr nett hier. Besonders angefreundet habe ich mich mit einer brasilianischen Gaststudentin und einem französischen Gaststudenten, die auch beide mit mir in der Gastfamilie wohnen. Zusammen mit der Gasttochter haben wir eine WhatsApp-Gruppe erstellt, um uns   immer auf dem Laufenden zu halten; ob gemeinsames Dinner, Verabredung im Pub oder verlorene Schuhe, alles ist mal Thema.

Jeder hat sein eigenes Zimmer die Treppe hoch. Unten sind die Küche und noch ein weiterer Raum, in den wir uns setzen können um Hausaufgaben zu machen oder Karten zu spielen, was wir fast jeden Tag machen. Ansonsten bleibt die Familie mehr unter sich in einem separaten Wohnzimmer. Das Teilen des Badezimmers ist gar nicht ganz so schlimm wie ich gedacht habe. Die Regel hier lautet: Ist die Tür zu, ist jemand drin; ist die Tür offen, ist es frei.

Der Tagesablauf ist wechselhaft bis auf ein paar typische Sachen wie zum Beispiel: morgens aufstehen, das Lunchpaket einpacken – welches uns die Familie in der Nacht zuvor gemacht hat – und dann ab in die Schule mit dem Bus. Die Kommunikation im Haus besteht mehr zwischen den Gaststudenten, der Gasttochter und mir. Wenn wir aber auf die Gasteltern treffen, sind diese stets sehr nett. Besonders mag uns der 3 Monate alte Welpe Pops. Die ganze Wohnsituation fühlt sich für mich sehr stark wie eine WG an, obwohl ich noch nie zuvor in einer WG gelebt habe. Ich fühle mich damit sehr wohl.

Spezielle Regeln oder Aufgaben gibt es nicht. Den Abwasch machen wir unterschiedlich, gegessen wird meistens zu viert, also die anderen Gaststudenten, die Gasttochter und ich. Danach ist es relativ spontan: mal macht jeder seinen eigenen Abwasch, mal nimmt man einfach noch das Geschirr von den anderen dazu. Wir sind nach kurzer Zeit schon gute Freunde geworden und haben viel zusammen geredet und gelacht.

Man kann schon sagen, dass die Zeit hier bereits ziemlich ereignisreich war. Ich habe mit vielen Passanten geredet, war mit verschiedenen Gruppen in Pubs (z.B. mit meinem Englischkurs, der EUfit+ Gruppe oder auch mit der „WG-Gruppe“). Noch nie habe ich mich mit so vielen verschiedenen Menschen unterhalten, egal ob mit Iren, Brasilianern, Mexikanern, Franzosen, Italienern oder Afrikanern. Es ist einfach alles unheimlich interessant.

Alles in allem habe ich mich hier gut eingelebt und bin glücklich mit allem hier. Ich freue mich wirklich hier zu sein und bin dankbar für diese unglaubliche Möglichkeit.

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